Festschriften

Die Festschriften – Geschichte und Geschichten

Von Helmut Thies

Im Februar 2022 wurden alle verfügbaren Festschriften und Veröffentlichungen der sechs Bad Camberger Feuerwehren gesammelt und eingescannt. Dabei wurde ein umfangreiches Archiv zur Geschichte der Wehren geschaffen. Anlass zur Veröffentlichung einer Festschrift ist jeweils ein rundes Jubiläum, welches meist mit einem Fest gefeiert wird. Ausrichter dieser Feierlichkeiten sind die Fördervereine der Wehren, die neben dem öffentlich-rechtlichen Teil das zweite, vereinsrechtliche Standbein der Wehren verkörpern und eine genauso wichtige Rolle spielen. Während die gesetzliche Aufgabenstellung ein gemeinsames Handeln der Wehren unter einem gemeinsamen Dach fordert, bieten die Vereine die Basis für ein individuelles, kulturelles Handeln im Sinne des jeweiligen Dorfcharakters.

Am 1. Juli 1974 wurde die Stadt Camberg, später Bad Camberg formiert. Zur Stadt Camberg kamen die Stadtteile Dombach, Erbach, Oberselters, Schwickershausen und Würges hinzu. Der Weg dahin war kein leichter, im Gegenteil, letztendlich formte ein Landesgesetz die noch heute bestehende Kommune. Verschiedene andere Konstellationen mit unterschiedlichen Gemeinden wurden verworfen, eine Klage kam durch das erwähnte Gesetz nicht mehr zur Verhandlung

Was aber bedeutete die nicht von Allen geliebte Fusion für die Feuerwehren?

Es galt, einen Spagat zwischen gelebter Selbständigkeit und vereinten gemeinsamen Zielen zu bewerkstelligen, eine Aufgabe, die damals hohe Hürden auftürmte. So kam es vor, dass bei gemeinsamen Einsätzen gefragt wurde: „Was wollt ihr denn hier, das ist unser Feuer!“ Oder dass bei Beschaffungen für eine Nachbarwehr diese egoistisch in Frage gestellt wurden. Das Kirchturmdenken stand hoch im Kurs, nicht nur bei den Wehren. Auch z.B.in den Schulen gab es Abgrenzungen.

Eine glückliche Hand bewies der erste gemeinsame Stadtbrandinspektor Josef Thies während der ersten Jahre in diesen Fragen. Kompromisse, die zum Teil nicht der Sache dienten, sondern um den lieben Frieden willen geschlossen worden sind, waren nicht selten. In Dombach gab es bis zur Gebietsreform keine Freiwillige Feuerwehr, nur eine Pflichtfeuerwehr. Hier galt es eine Freiwillige Wehr zu gründen und aufzubauen. Zu diesem Zweck verzichteten die fünf anderen Wehren auf Haushaltsmittel, ein erster Ausdruck von Zusammenhalt.

Mit den Jahren setzte eine Entwicklung hin zur Gemeinsamkeit ein. Das Kirchturmdenken geriet langsam in den Hintergrund.

Alle sechs Abteilungen haben ihre Geschichte in den Festschriften zu den Jubiläen aufgearbeitet und veröffentlicht.

Lesen und erleben Sie diese in den nun elektronisch vorliegenden Heften.

in den Stadtteilen

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